Neuere Entwicklung

Auch nach dem Zusammenbruch der Hanse profitierte Lübeck von seiner Rolle als Hafenstadt. Die Stadt war der wichtigste Ostseehafen des blühenden Deutschen Reiches während der Industrialisierung und hatte auch während der beiden Weltkriege eine entscheidende strategische Bedeutung inne. Zur Blütezeit der deutschen Monarchie 1911 wurde Lübeck mit 100.000 Einwohnern Großstadt. Der historische Matrosenaufstand in Kiel und Lübeck trug mit zum Zusammenbruch des Deutschen Kaiserreichs bei. Während der Novemberrevolution blieben die Lübecker Senatoren jedoch im Amt. Während der NS-Diktatur mussten alle von der SPD aufgestellten Senatoren zurücktreten. Das Ratsmitglied Herbert Frahm floh vor den Nationalsozialisten nach Skandinavien und kehrte in den 50iger Jahre unter dem Namen Willy Brandt wieder nach Deutschland zurück. Bis Mitte der Vierziger Jahre hatte sich die Einwohnerzahl auf 219.000 erhöht und nahm durch die Flüchtlingsströme aus dem Osten in der Nachkriegszeit weiter zu. Während der wirtschaftlichen Blütezeit der Sechziger Jahre weis die Hansestadt zeitweilig über 240.000 Einwohner auf. Für die nächsten dreißig Jahre wird aufgrund der sich verändernden Altersstruktur der Bevölkerung mit einem kontinuierlichen Rückgang der Bewohnerzahlen gerechnet. Den Verlust des Hinterlandes durch die Deutsche Teilung konnte Lübeck durch die zunehmende Bedeutung des Ostsee-Fährhafens in Travemünde erstaunlich gut verkraften. Seit 1990 gewinnt die Hansestadt auch für die Bevölkerung und die Wirtschaft Mecklenburgs wieder an Bedeutung.