Die Hansezeit
Die sagenumwobene Geschichte der großen Hansezeit begann mit der Einrichtung der Kaufmannshanse im frühen 12. Jahrhundert. In Lübeck entwickelte sich erstmals nach der Verleihung der Stadtrechte ein bedeutender Kaufmannsstand. Nach dem Erwerb der Reichsfreiheit 1226 durch Kaiser Friedrich II verfügte Lübeck über die lang ersehnte Rechtsposition, um im Ostseehandel mit den bis dahin führenden gotländischen Kaufleuten auf Augenhöhe konkurrieren zu können. Das 1340 verliehene Goldmünzrecht trug entscheiden zur wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt bei. Erster Sitz der Hanse war die Stadt Wisby, die ihre Position nach der Eroberung durch die Dänen 1361 an Lübeck abtreten musste. Fortan erarbeiteten sich die Lübecker die Position der bedeutendsten Handelsstadt in Nordeuropa. Die Versammlung der großen Hansestädte fand auf dem ersten Hansetag im Jahr 1354 in Lübeck statt. Die kriegerischen Auseinandersetzungen mit dem dänischen König, die der Region viel Leid und großen wirtschaftlichen Schaden zufügten, wurden 1370 mit dem Frieden von Stralsund beigelegt. Lübeck war so mächtig wie nie zuvor in seiner Geschichte und gehörte zu den größten Städten des Reichs. Die zunehmende Konkurrenz niederländischer Kaufleute und kriegerische Auseinandersetzungen schwächten Lübecks Rolle in der Folgezeit. Seine historische Bedeutung in der Geschichte der Hanse konnte Lübeck als Sitz des letzten Hansetage am 29. Mai 1669 nochmals untermauern.